Winter / Vögel / Fütterung PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Kirsten Wagner   
Montag, den 07. November 2016 um 16:59 Uhr

Sollten die bei uns überwinternden Vögel, gefüttert werden?

Diese Frage wird unter Tierschützern kontrovers diskutiert....

 

Die Gegner befürchten, dass eine Auslese von schwachen und kranken Vögeln durch die Fütterung vor allem im Winter verhindert wird. Der Deutsche Tierschutzbund (DTB) dagegen befürwortet sogar eine ganzjährige Fütterung, da die Umweltbedingungen schon belastend genug für die heimischen Vögel sind. So haben sich z.B. durch die Pestizidbelastung die Anzahl der Insekten drastisch reduziert, womit sich infolge auch das Nahrungsangebot für Vögel stark vermindert hat. Daneben führt der DTB  noch weitere erschwerende Umweltbedingungen für die Lebenswelt der Vögel auf, die Sie auf dessen homepage unter http://www.tierschutzbund.de/information/hintergrund/artenschutz/heimische-wildtiere/vogelfuetterung.html nachlesen können.


Welche Vögel, wie und was aber sollte nun gefüttert werden?

Generell gilt: Eine Fütterung sollte nur mit artgerechtem Futter, an der richtigen Stelle und zur richtigen Zeit erfolgen.

Wasservögel wie Schwäne, Enten, Blesshühner usw. finden auch im Winter genug Nahrung. Nur wenn die Gewässer zugefroren sind, ist eine Fütterung angezeigt. Hier können Getreide, Kleie und Hühnerfutter sowie weiche Kartoffeln, Eicheln und Rübenstückchen gefüttert werden. Dagegen sind Brot oder Speisereste nicht geeignet. Um die Qualität des Wassers zu erhalten, sollte am Ufer gefüttert werden. Ein „Zuviel“ des Futters ist nicht sinnvoll, da sich in liegengebliebenem Futter häufig Krankheitserreger ansiedeln können.

Die unter anderem in Gärten anzutreffenden Singvögel werden in Körner- und in Weichfutterfresser eingeteilt.


Zu den Körnerfressern gehören z.B. die Meisen, die Finken und die Spatzen. Für diese Gruppe kann auf fertige qualitativ hochwertige Futtermischungen, Futterringe oder Meisenknödel zurückgegriffen werden. Ansonsten können Sie auch Sonnenblumenkerne, Hanfsamen, Getreidekörner (Weizen, Mohn), Leinsamen und zerkleinerte ungewürzte Erdnüsse verfüttern. Auch aufgehängte selbstgebastelte Futterglocken eignen sich hervorragend als Futterquelle. Eine Anleitung hierzu finden Sie unter: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/helfen/vogelfuetterung/03125.html

Die Weichfutterfresser wie z.B. die Amseln, die Rotkehlchen, die Drosseln und die Stare u.a. bevorzugen Beeren und Obst. Insbesondere lieben sie Holunderbeeren, die sog. Vogelbeeren (Beeren der Eberesche) und Liguster-Beeren, aber auch Weißdorn und wilden Wein sowie Insektenlarven und Eicheln. Falls Sie Obst anbieten möchten, sollte dies getrocknet und zerkleinert sein. Frisches Obst kann im Winter gefrieren und ist zudem leicht verderblich. Alternativ können in milden Wintern ganze Äpfel ausgelegt werden.

Sowohl bei den Weichfressern als auch bei den Körnerfressern bieten sich am Baum hängende Vogelhäuschen als Fütterungsstelle an. Weichfresser können auch am Boden unter dem Gebüsch oder Baum verköstigt werden. Die Stelle sollte so gelegen sein, dass die Vögel Gefahren rechtzeitig erkennen können.

Da sich in unseren Gärten beide Gruppen tummeln, sollten sowohl für die Weich-, als auch für die Körnerfresser Futterquellen zur Verfügung stehen. So kommt es auch zu keinen Streitigkeiten. Die Fütterung zur frühen Morgenstunde vor allem im Winter ist sinnvoll, da die Vögel nachts durch die Kälte viel Energie verlieren. Das Säubern der Futterstellen d.h. Entfernung der restlichen übriggebliebenen Körner und einmal pro Woche Reinigung mit heißen Wasser, ist wichtig, um der Entstehung von Krankheitserregern vorzubeugen. http://bv-tierschutz.de/tierschutzthemen/wildtiere-jagd/wildv%C3%B6gel/

Diese Informationen können Sie auf der homepage des Deutschen Tierschutzverbandes e.V., sowie des Bundesverbandes Tierschutz e.V. unter o.g. Adressen nachlesen.

Herzlichen Dank an Ingrid Hess für die schönen Vogelbilder aus ihrem Garten.